+++ US-Arbeitsmarktzahlen katapultieren Nasdaq auf neues Allzeithoch +++

In Amerika herrscht nach wie vor Chaos auf den Straßen und die Weltwirtschaft steckt tief in der Corona-Rezession. Für den Monat Mai wurde in Sachen US-Arbeitsmarkt mit einem Abbau von 8 Millionen Arbeitsplätzen gerechnet. Im Vormonat April ging die Beschäftigtenzahl schlagartig sogar um 20 Millionen zurück, ausgelöst durch die Schockstarre der Wirtschaft durch COVID-19. Doch weit gefehlt: Für den Monat Mai konnten netto rund 2,5 Millionen der vorher abgebauten Stellen wiederaufgebaut werden. Mit dieser völlig unerwartet positiven Nachricht gab es an den Märkten kein Halten mehr. Der Nasdaq schoss 200 Punkte nach oben und markierte ein neues Allzeithoch, rund dreieinhalb Monate nach Beginn des Corona-Crashs.

Doch ist dieses Allzeithoch in Anbetracht der nach wie vor herrschenden Krise gerechtfertigt? Der Nasdaq befindet sich auf dem gleichen Stand wie vor dreieinhalb Monaten, doch die wirtschaftliche Lage hat sich katastrophal verschlechtert. Wie kann das also sein? Ein entscheidender Punkt ist die schier unendliche Geldflut der Zentralbanken. Viele Billionen Dollar werden in die Märkte geschleust – der zentrale Grund, warum die Aktienkurse sich immer mehr von der realwirtschaftlichen Entwicklung abkoppeln. Man könnte auch zusammenfassend sagen: Es baut sich derzeit die größte Notenbankblase auf, die es je gab, während die Verschuldung auf Unternehmens- und Staatsebene weiter zunimmt. Aus diesem Dilemma gibt es keinen Ausweg. Das Zentralbankgeld bekämpft bislang effektiv die Symptome, die aus der erdrückenden Verschuldung resultieren. Doch durch die Therapie, immer mehr Geld in die Märkte zu pumpen und die Probleme somit in die Zukunft zu verlagern, wird der Patient immer mehr zu einem Abhängigen – süchtig nach frischem Geld. Das Problem ist, dass zur Suchtbefriedigung immer mehr und mehr Geld in immer kürzeren Zeitabständen erforderlich ist. Es dürfte klar werden, was geschehen wird, sollte das scheinbar unendliche Gelddrucken jemals ein Ende finden oder zumindest deutlich gedrosselt werden. Die dann zum Vorschein kommenden Entzugserscheinungen dürften es in sich haben.

Für die neue Woche ist insbesondere der Zinsentscheid der US-Notenbank FED sowie die anschließende Pressekonferenz am Mittwochabend zu beachten.

Veröffentlicht am 07.06.2020