In Erwartung des FED-Meetings an diesem Mittwoch und aufgrund des EZB-Meetings am vergangenen Donnerstag hatte die letzte Woche nicht wirklich etwas zu bieten. Spannend mitzuverfolgen war jedoch, wie der frisch gebackene US-Präsident Biden in nur 48 Stunden vieles aus vier Jahren Trump rückgängig machte. Ganze 27 Dekrete wurden verabschiedet. Die Rückkehr ins Pariser Klimaschutzabkommen, der Rücktritt vom Rücktritt aus der Weltgesundheitsorganisation und der Stopp des Baus der Mexiko-Mauer sind nur drei Beispiele für Meilensteine Trumps, die in kürzester Zeit fortgeweht wurden.

An den Märkte war währenddessen nicht wirklich Bewegung zu sehen. Die US-Indizes kletterten ungestört auf neue Allzeithochs – von einer kleineren oder größeren Korrektur ist nichts in Sicht. Lediglich die Anleihenkurse haben ordentlich nachgegeben. Hier werden offensichtlich die Inflationserwartungen eingepreist, die sich unter anderem durch Bidens 1,9-Billionen-Dollar-Konjunkturpaket ein wenig verändert haben. Höhere Inflation als erwartet ist im Grunde gleichbedeutend mit Zinserhöhungen früher als erwartet. Das führt zu steigenden Anleiherenditen oder anders ausgedrückt zu fallenden Anleihekursen. Aus dieser Veränderung der Erwartungen heraus wird das kommende FED-Meeting sehr interessant. Wird FED-Chef Powell dies entsprechend bestätigen, oder weiterhin abwinken und sagen, man wolle erst den Arbeitsmarkt zu alter Stärke zurückkehren lassen? Auf die Frage, wie er die Inflationsentwicklung sieht, kann man äußerst gespannt sein. Je nach dem, was und wie Powell sich äußert, kann das unweigerlich zu Bewegungen an den Anleihe- und Aktienmärkten führen. Höhere Zinsen wären Gift für die nullzinsverwöhnten Aktienmärkte.

Neben dem FED-Meeting stehen auch einige wichtige Quartalsberichte an. Unter anderem öffnen Microsoft, Apple, Tesla, Facebook und Caterpillar ihre Bücher. Aus Deutschland berichtet das Dax-Schwergewicht SAP.

 

Veröffentlicht am 25.01.2021