Am gestrigen Montag gab es nun schon die zweite Meldung über einen entwickelten Corona-Impfstoff mit über 90% Wirksamkeit. Vergangene Woche waren es US-Konzern Pfizer und das deutsche Unternehmen Biontech, die an den Aktienmärkten für Jubelstimmung sorgten. Der erste wirksame Corona-Impfstoff schien in den Startlöchern zu sein. Die Märkte feierten, als sei Corona augenblicklich Geschichte gewesen. Doch es gibt noch unzählige offene Fragen, insbesondere was die Produktion und die Logistik anbelangt. Gestern, eine Woche nach den ersten Jubelstürmen, berichtete die US-Firma Montana ebenfalls darüber, einen über 90% wirksamen Impfstoff entwickelt zu haben. Der Dow Jones sprang 400 Punkte nach oben, gab aber den Großteil dieses Kurssprunges schließlich wieder ab.

Mit Blick auf die Charts wird klar, dass nach der strammen Aufwärtsbewegung in den wichtigsten Aktienindizes, ausgelöst durch die Euphorie aufgrund der US-Wahl und der Impfstoffmeldungen, mal wieder eine Korrektur angesagt ist. Sehr gut ist dies auch mit Blick auf den Eurostoxx50 Futures zu erkennen. Der Markt hängt seit nunmehr einer Woche fast unbewegt am letzten markanten Hoch aus Juli 2020. Auch die neuerliche Impfstoffmeldung konnte den Markt nicht weiter nach oben bewegen. Hier zeigt sich immer mehr: die Luft schein raus. Nicht nur, dass die positiven Meldungen kaum mehr Effekt auf die Märkte haben. Hinzu kommen wieder aufflammende Corona-Sorgen in Europa und Amerika. In Amerika wurde kürzlich die Marke von 150.000 Neuinfektionen an nur einem Tag überschritten. Die Zahlen steigen dramatisch – fast ohne politische Gegenwehr. In Europa sieht es nicht viel besser aus. Immer mehr Neuerkrankungen sorgen dafür, dass zum Beispiel Österreich bereits zu einem dreiwöchigen Voll-Lockdown zurückgekehrt ist. Deutschland versucht bis dato alles, um diese harten, wirtschaftsschädigenen Maßnahmen vermeiden zu können. Doch es zeigt sich schon, dass der „Wellenbrecher-Lockdown“ seit Anfang November bisher nicht die gewünschten Erfolge zeigt. Härtere Maßnahmen sind gestern in der Ministerpräsidentenkonferenz nicht verbindlich beschlossen worden. Doch dies erscheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Von alleine ist es kaum denkbar, dass die Infektionsraten fallen.

Insgesamt gibt es durchaus Berechtigung dafür, vorerst mit Blick auf wenige Tage nach Short-Möglichkeiten in den Indizes Ausschau zu halten. Auch viele Aktien sehen aktuell sehr gut hinsichtlich mittelfristiger Short-Möglichkeiten aus.

 

Veröffentlicht am 17.11.2020