+++ Corona: Zweite Welle voraus? +++

Während auf der Welt die Angst vor einer zweiten Corona-Welle spürbar wird, spaziert Amerikas Technologieindex Nasdaq gemütlich in Richtung eines neuen Allzeithochs. Die sicheren Häfen werden fallen gelassen wie heiße Kartoffeln und alles läuft der FED hinterher, geradeaus in die Aktienmärkte. Was die FED gerade veranstaltet, ist nichts als ein haushoher Tsunami aus Geld, der über die Weltbösen hinwegrollt. Was viele Privatanleger gerade versuchen ist, mit einem handelsüblichen Surfbrett ohne nennenswerte Surferfahrung auf der Welle mitzureiten. Das mag einen Moment lang gut gehen – doch nicht ewig. Da sind sich jedenfalls viele Experten derzeit einig, dass egal wie viel Geld die FED auch drucken mag, es die Probleme unserer Zeit nur temporär verschieben, aber nicht lösen kann und wird. Doch sehen wir die Welt nicht immer so positiv – denkt sich auch der Markt seit Wochen. Es herrscht fast schon Euphoriezustand an den Märkten, der stark an die Dotcom-Blase erinnert. Auch die Masse an neuen Marktteilnehmern, die nie zuvor etwas mit Börse zu tun haben und nun auf den Tsunami aufspringen, erinnert stark an 2001.

Was die Märkte, völlig überfordert vom FED-Tsunami, bislang überhaupt nicht einpreisen, ist die sich wieder verschlimmernde Corona-Lage. In China wurden bereits Stadtteile abgeriegelt und in Deutschland hat ein Hotspot aus der Fleischindustrie in NRW bereits über 1.000 positive Tests und eine wahrscheinlich weitaus höhere Dunkelziffer zur Folge. Auch hier wird aktuell über erneute Lockdowns diskutiert – eine Katastrophe für die sich gerade wieder berappelnde Wirtschaft, wenn es nicht bei einer lokalen Beschränkung bleiben sollte. Und dann wären da noch die USA. Auch hier vermeldet man in diesen Tagen neue (negative) Rekordzahlen. Von Schwellenländern wie Brasilien ganz zu schweigen – dort bekommt man das Corona-Problem bis dato überhaupt nicht in den Griff. Fazit: Corona ist noch da – auch wenn die Aktienmärkte diesen Zustand der Realität in keiner Weise abbilden. Die Märkte schwimmen geradezu im Geld und haben jeglichen Kontakt zur Normalität verloren. Wie schnell die Stimmung kippen kann, haben wir Ende Februar gesehen – und es wird wieder geschehen. Die Frage ist nur: wann?

Der besondere Fokus in der neuen Woche liegt auf der Zinsentscheidung in Neuseeland und den BIP- sowie Arbeitslosenzahlen Amerikas.

 

Veröffentlicht am 23.06.2020