Coronaschock! Nach der zuletzt schier nie enden wollenden Rekordjagd an den Aktien- und Rohstoffmärkten hatte der eine oder andere womöglich den Eindruck, dass Corona seinen Schrecken hinsichtlich der Märkte verloren hat. Steigende Inzidenzen und drohende Maßnahmen hatten in der jüngeren Vergangenheit jedenfalls nicht wenig bis gar keine Auswirkungen. Doch was hat am Freitag den Ölpreis um über zehn Prozent crashen lassen? Was hat die weltweiten Aktienmärkte am Freitag mehr oder weniger stark in die Knie gezwungen?

Eine neue Corona-Variante aus Südafrika, von der WHO „Omikron“-Variante getauft, war Anlass dazu, global den Flugverkehr aus einigen Ländern des Kontinents stark einzuschränken oder gar ganz zu stoppen. Die Sorge war zuletzt groß, dass aufgrund der Art und Weise der Mutation Omikron gefährlicher und ansteckender sein könnte als Delta. Außerdem wir in Fachkreisen noch immer in Frage gestellt, inwieweit die derzeit gängigen Impfstoffe Schutz bieten. Eine Untersuchung dessen ist in vollem Gange. Sollte sich herausstellen, dass die Impfung nur noch begrenzt Schutz bietet, wäre das eine schlechte Nachricht mit wahrscheinlich weitreichenden Folgen. Dies könnte einer zeitlichen Rückversetzung in das Frühjahr 2020 bedeuten, mit dem Unterschied, dass die Impfstoffhersteller wohl viel schneller werden reagieren können. Viele wichtige Erkenntnisse werden erst die nächsten Tage und Wochen bringen. Der Schock an den Märkten saß am Freitag jedenfalls erstmal tief.

Zu Beginn der neuen Woche korrigiert der Markt wieder und die Panik löst sich ein wenig auf. Bisher gab es noch keine bestätigten Fälle in den USA. Dies könnte nochmal einen Ruck durch den US-Markt geben. Doch wichtiger werden die Infos der WHO bzgl. Gefährlichkeit des Virus und Wirksamkeit der aktuellen Impfstoffe. Es ist davon auszugehen, dass europaweit in dieser Woche striktere Maßnahmen beschlossen werden, um die Ausbreitung von Omikron einzudämmen und die Inzidenzen zu bekämpfen.

Die neue Woche ist geprägt von verschiedenen Reden der großen Finanz-Chefs. FED-Chef Powell spricht im Kongress. Außerdem sind Reden von EZB-Chefin Lagarde und US-Finanzministerin Yellen terminiert. Desweitern erwarten uns die zum Monatswechsel üblichen Einkaufsmanagerindex-Zahlen sowie die Nonfarm-Payrolls.

 

Veröffentlicht am 29.11.2021