Die steigenden Anleiherenditen werden nicht nur für Amerika und seine Unternehmen zu einem Hauptthema. Auch in Europa ziehen die Zinsen an. Die EZB hat in ihrer Sitzung am Donnerstag bereits reagiert und den steigenden Renditen den Krieg erklärt. Konkret will man im kommenden Quartal deutlich mehr Anleihenkäufe vornehmen als zuletzt. Das Erzeugen von zusätzlicher Nachfrage im Bond-Markt soll die steigenden Renditen bremsen und insbesondere Europas ökonomische Sorgenkinder wie Italien oder Spanien vor höheren Refinanzierungskosten schützen. Insbesondere Italien mit seinen fast 2,5 Billionen Euro Staatsverschuldung (132 Prozent des BIP) wäre too big to fail, sprich könnte von den übrigen Eurostaaten im Notall anders als Griechenland nicht gerettet werden. Um diese Problematik wissend lässt die EZB also keine Zeit verstreichen und nimmt sich der Sache unmittlbar an. Ob die EZB wirklich etwas bewirken kann bleibt abzuwarten, denn während eine Notenbank die kurzfristigen Zinsen sehr gut kontrollieren kann, ist sie im längerfristigen Bereich dazu nur indirekt in der Lage, nämlich durch Käufe von Anleihen. Ein erzeugter Nachfrageüberhang lässt die Anleihekurse steigen und die -renditen fallen.

Nach der EZB in der vergangenen Woche erwartet uns am Mittwoch das Meeting der US-Notenbank FED. Um 19 Uhr am Mittwochabend deutscher Zeit wird der Markt kurz den Atem anhalten und darauf warten, ob es seitens der FED Neuigkeiten in Sachen Anleihen gibt. Zuletzt hatte FED-Chef Powell abgewunken und gesagt, man müsse zuerste in der Breite ein stärker steigendes Zinsniveau sehen, bevor man eingreifen würde. Außerdem gelte der Hauptfokus weiter der Erholung des Arbeitsmarktes. Darauf hin gaben die Märkte, insbesondere der Technologiesektor, ordentlich ab und man konnte eine fortschreitende Sektorenrotation in Richtung der Industriewerte, besonderes der Banken, beobachten.

Desweiteren steht für die neue Woche der Zinsentscheid der Bank of England an.

 

Veröffentlicht am 16.03.2021