In der vergangenen Woche, nachdem der Aktienmarkt abermals neue Rekordhochs erreicht hatte, ging es kurzerhand für zweieinhalb Handelstage bergab. Der S&P 500 verlor knapp 2,9 Prozent und stand weitere zweieinhalb Handelstage später wieder am Allzeithoch. Ausgelöst wurde die prompte Erholung vor allem durch FED-Mitglied Robert Kaplan. Er sagte, die FED müsse ihre Tapering-Pläne womöglich überdenken, in Anbetracht der global wieder ansteigenden Corona-Fallzahlen. Der durch die Notenbank-Liquidität nach oben getriebene Aktienmarkt fürchtet nichts mehr, als ein Ende der Geldschwemme. Insofern war diese Nachricht der folgerichtige Anlass für neue Rekordhochs. Was die neue Woche bringen wird, entscheidet sich wohl erst am Freitag, wenn FED-Chef Powell im Rahmen des alljährlichen Jackson Hole Meetings spricht. Auch wenn die Mehrheit der großen Marktteilnehmer nicht mehr damit rechnet, dass Powell in dieser Woche die Tapering-Timeline der FED vorstellen wird, ist es dennoch wichtig zu hören, was Powell zu sagen hat. Vor einigen Wochen noch war einer Fondsmanager-Umfrage der Bank of America nach das Jackson Hole Meeting der wahrscheinlichste Zeitpunkt für eine Ankündigung der FED in Sachen Tapering. Inzwischen, so zeigt die neuste Umfrage, rechnen die meisten Marktteilnehmer mit konkreten Tapering-Plänen im September-Meeting der FED.

So oder so – der Markt wird voraussichtlich weitgehend stabil bleiben und abwarten, was Jackson Hole zu bieten haben wird. Zu wichtig und zu weitreichend können die neuen Erkenntnisse sein, als dass es jetzt Sinn machen würde, größere Positionen aufzubauen. Wo sich aber die befragten Fondsmanager zu über 70 Prozent einig sind: die Tapering-Ankündigung wird wohl noch dieses Jahr kommen.

Das EZB-Protokoll von Donnerstag, das im Normalfall zu den wichtigeren Nachrichtenterminen gehört, ist diese Woche wohl nur eine Randerscheinung, weil alles auf das besagte Jackson Hole Meeting blickt.

 

Veröffentlicht am 24.08.2021