+++Märkte erholen sich nach vermeintlicher Iran-Entspannung +++

Nach den teils dramatischen ersten Tagen des neuen Jahres hat sich die Lage wieder etwas entspannt. Nach den Raketen auf zwei US-Stückpunkte und dem Absturz einer aus Teheran startenden Boeing-Maschine befürchteten immer mehr Experten Krieg in Nahost. Doch in seinem Statement zu dem Angriff auf die beiden US-Lager trat US-Präsident Trump ungewöhnlich friedlich auf. Anstatt weiterer kriegerischer Aktionen wolle man den Iran stattdessen stärker sanktionieren, so Trump. Die Märkte auf der ganzen Welt feierten die Nachricht, da schlimmeres vermieden schien. Doch der Absturz des Flugzeugs gab weiter Rätsel auf. Zu viele Zufälle eigentlich, als dass es sich um einen vom Konflikt völlig unabhängigen Absturz handeln könnte. Nachdem Irans Regierung verdächtig früh – ohne bereits Kenntnisse erlangt haben zu können – einen technischen Defekt die circa 180 Toten verantwortlich machte, stellte sich im Verlauf der nächsten Tage dann jedoch die Wahrheit heraus: Die Maschine wurde „versehentlich“ durch Irans Militär abgeschossen. Eine Tragödie ohne gleichen, die sich also in jener Nacht an Teherans Himmel abgespielt hat.

Inzwischen hat die Entspannung an den Märkten quasi wieder zum Normalzustand geführt. Öl hat einen großen Teil seiner Gewinne wieder abgegeben und die Aktienindizes haben wieder neue Hochs erreicht. Für die neue Woche steht nun vor allem ein Thema im Fokus, nämlich der Handelsstreit. Am 15. Januar, so Trump im letzten Jahr, will man den Phase-1-Deal mit China unterzeichnen. Ein wichtiger Gratmesser also für die gesamte Weltwirtschaft. Bis dahin wird mit wenig Bewegung gerechnet und vor allem niedrigem Volumen, denn unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass die großen Marktteilnehmer vorsichtig agieren und auf Positionierungen im Zweifel lieber verzichten.

Neben dem EZB-Sitzungsprotokoll steht unter anderem das US-Beige-Book im Nachrichtenkalender der neuen Woche.

 

Veröffentlicht am 13.01.2020