+++ Börsen weiter im Risk-On-Modus +++

Die Euphorie scheint aktuell grenzenlos zu sein. Die Berichtsaison hat bisher durchwachsene Quartalsberichte offenbart. Wie üblich eröffnen die Banken den Quartalsturnus. Während JP Morgan und Goldman Sachs gut berichtet haben hat Wells Fargo enttäuscht und wurde mit Blick auf den Tageschart böse abgestraft. Dass die Berichte die Märkte in eine Korrektur zwingen wird bisher nicht erwartet. Da fragt man sich, wie weit die Kurse überhaupt noch steigen können. Erinnerungen an 2001 finden immer stärker zurück ins Gedächtnis, als die Tech-Blase aufgrund sinkender Unternehmensgewinne und völlig wahnwitziger Bewertungen am Aktienmarkt platzte.

An Gründen für etwas weniger Optimismus gibt es aktuell einige. Der Brexit steht vor der Tür und scheint inzwischen besiegelt. Doch ob geregelt oder chaotisch ist noch immer nicht klar. Des Weiteren steht Trumps Impeachmentverfahren vor der Tür. Obwohl die Republikaner im Senat, wo die Entscheidung am Ende fallen wird, in der Überzahl sind, sollte man die Amtsenthebung erst dann abschreiben, wenn sie auch tatsächlich abgewendet ist. Doch all das stört den Markt derzeit nicht. Vielmehr pushen die Entspannung im Handelsstreit und der scheinbar wieder verflogene Irankonflikt die Kurse von einem Hoch zum Nächsten. Während dessen wird Geld aus den sicheren Anlagen wie Anleihen oder dem Japanischen Yen abgezogen.

Die neue Woche startet zunächst mit einem Börsenfeiertag in Amerika. Somit hat unsere Handelswoche effektiv nur vier Tage. Außerdem stehen die Zinsentscheidungen der Bank of Canada am Mittwoch und der EZB am Donnerstag an.

 

Veröffentlicht am 13.01.2020