+++ Corona-Virus greift auf die Wirtschaft über +++

Es war eine äußerst spannende Woche. Der Brexit ging vonstatten und in Amerika ging das Impeachmentverfahren gegen Donald Trump in die wohl entscheidende Phase. Doch was die Märkte wirklich bewegte war so klein, dass man es mit bloßem Auge nicht sieht: Das sich verbreitende Corona-Virus, das vor allem Teile von China fest im Griff hat.

Inzwischen gibt es bestätigte Erkrankungen fast überall auf der Welt, doch während das tägliche Leben in Amerika und Europa bisher nicht beeinträchtigt ist, kann man davon für China längst nicht mehr sprechen. Die Straßen in und um die Millionenstadt Wuhan sind menschenleer. Apple hat seine Stores geschlossen und Airlines wie British Airways und Lufthansa haben ihre Flüge nach China bis auf weiteres komplett eingestellt – nur zwei Beispiele für die realwirtschaftlichen Auswirkungen, die Corona mit sich bringt. Der Australische Dollar fällt seit Tagen wie ein Stein, was die enge wirtschaftliche Verflechtung mit China widerspiegelt. Doch während die Medien rund um den Globus das Thema zur ganz großen Katastrophe beschwören melden sich immer mehr Forscher zu Wort. Der Tenor lautet, Corona an sich sei keineswegs neu und vor allem nicht schlimmer als eine Influenza-Grippe. Die Sterberate vom „neuen“ Corona-Erreger aus China und der Grippe sind sich sehr ähnlich. Rund 2 Prozent der Erkrankten, vorwiegend alte und immungeschwächte Menschen, fallen der Grippe durchschnittlich zum Opfer – vergleichbar mit Corona. Warum also wird Corona so sehr dramatisiert? Nun, dieser Erreger gehört zwar zu den Corona-Viren, doch er ist neu. Und neue, gefährliche Dinge mag die Menschheit partout nicht. Doch es bleibt abzuwarten, ob Corona nicht ähnlich schnell wieder Geschichte ist, wie es aufgetaucht ist, wenn man es schafft, die Infizierten vernünftig zu isolieren, bis sie wieder gesund sind. Die Börsen jedoch haben offensichtlich auch erste Symptome, denn der Dow Jones fiel in der vergangenen Woche um rund 750 Punkte oder 2,6 Prozent. Nicht weiter schlimm, denn im übergeordneten Bild war eine spürbare Korrektur längst überfällig. Bis zum Brechen des aktuell intakten Aufwärtstrends sind weitere 900 Punkte oder 3,2 Prozent Platz, somit ist noch alles in Ordnung.

 

Veröffentlicht am 03.02.2020