+++ Leichte Erholung an den Aktienmärkten +++

Nachdem die US-Aktienmärkte fast 40 Prozent ohne Atempause gefallen waren, beruhigte sich die Lage zuletzt etwas. In der vergangenen Woche konnten die Märkte wieder ein wenig Boden gutmachen. Während die ersten Stimmen laut werden, die nächste Hausse habe eingesetzt, ist der Schein jedoch weiter trügerisch. Nachdem die Corona-Welle von China ausgehend über Europa hinwegfegt, steht den USA das schlimmste wohl noch bevor – und trotzdem hat Amerika China bereits als Spitzenreiter mit den meisten Infektionen abgelöst. Es ist daher davon auszugehen, dass es sich bei der neuerlichen Erholung nur um eine Korrektur handelt und dass die Aktienmärkte ihre Tiefs noch nicht gesehen haben. Nicht auszudenken, was an der Wallstreet passiert, wenn in Amerika flächendeckend Ausgangsperren verhängt werden sollten. Das wäre ein Desaster für die Wirtschaft, dann über 70 Prozent der Wirtschaftsleistung entspringt dem Konsum, und zwar meinst auf Pump. Auf Pump, das ist deshalb so wichtig zu erwähnen, weil besonders die Amerikaner sehr anfällig für Zahlungsausfälle und Insolvenzen sind, sollten sie ihre Jobs verlieren. Viele Menschen in den USA leben gerade zu von Monat zu Monat, weil die Kreditkartenschulden und Autofinanzierungen ihnen bis zum Hals stehen. Die weitere Entwicklung in den USA sollte also genauestens beobachtet werden.

Die ganz großen Nachrichtenevents stehen diese Woche nicht an, doch es gilt auf einige BIP-Veröffentlichungen, die non-farm payrolls und vor allem die amerikanischen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zu achten, die vergangene Woche für eine erschreckende Rekordzahl gesorgt hatten. Über 3 Millionen Amerikaner hatten binnen einer Woche ihren Antrag gestellt. Zum Vergleich: Während der Finanzkrise 2008/2009 lag die höchste Anzahl bei rund 600.000 Anträgen.

 

Veröffentlicht am 22.03.2020