+++FED senkt Leitzins trotz guter Jobdaten um 25 Basispunkte+++

Die vergangene Woche stand in erster Linie im Zeichen der US-Notenbank FED. Am Mittwochabend wurde der Leitzins erwartungsgemäß um weitere 25 Basispunkte herabgesetzt. Kurz vorher zeigte sich das BIP der USA mit 1,9 Prozent überraschend stark und 0,3 Prozentpunkten besser als erwartet. Doch dies änderte nichts an der Marschroute der Notenbanker. Entscheidend war einmal mehr das Wording im Rahmen der anschließenden Pressekonferenz. FED-Chef Powell ließ durchblicken, dass Zinserhöhungen erstmal vom Tisch seien, solange die US-Inflation nicht signifikant in Richtung zwei Prozent ansteige. Am Freitag gaben die nonfarm Payrolls und die Managererwartungen aus der US-Industrie nochmals Auftrieb und schoben den S&P500 auf ein neues Rekordhoch.

Die letzten zwei Monate des Handelsjahres sind angebrochen. Sollte es eine Jahresendrallye mit weiteren Rekordhochs geben, wäre das sicherlich Wasser auf Trumps Mühlen, der seinen politischen Erfolg in erster Linie am Börsenverlauf und der niedrigen Arbeitslosigkeit bemisst. Die rapide explodierende Verschuldung Amerikas, die auch durch die herrschenden Wachstumsraten um zwei Prozent nicht ausgeglichen werden kann, kehrt man in Regierungskreisen gerne unter den Tisch. Außerdem hat Trump mit dem drohenden Amtsenthebungsverfahren ein echtes Problem im Gepäck. Auch der Handelskrieg hinterlässt seine Spuren, denn chinesische Waren werden speziell für US-Bürger teurer. Insofern dürfte Trump die Börsenhausse und die US-Konjunktur hüten wie seinen Augapfel, wenn er im Präsidentschaftswahlkampf für 2020 eine echte Chance haben will. Problematisch dürfte werden, dass die Chinesen bereits ihre Zweifel an einem Deal geäußert haben, solange Trump US-Präsident ist. Einige Experten gehen bereits davon aus, dass China ein Ende der Trump-Präsidentschaft begrüßen dürfte. Die nächsten Schritte im Handelskrieg werden interessant, denn wenn China am Ende gar kein Interesse an einem Deal mit Trump haben sollte, hätte der US-Präsident definitiv schlechte Karten für 2020.

Veröffentlicht am 04.11.2019