+++Märkte als Spielball des Handelsstreits +++

Nach der Rekordjagt der letzten Wochen haben die Märkte nun ein wenig durchgeatmet. Wie derzeit fast alle Kursbewegungen war auch die Mini-Korrektur im S&P 500 von 40 Punkten oder 1,3 Prozent ausgelöst durch aufziehenden Pessimismus der Chinesen in Sachen Handel mit den USA. Die Chancen, noch in diesem Jahr den ersten Teilerfolg erzielen zu können, wurde als immer geringer eingeschätzt. Doch wie wir es aus den letzten Monaten kennen hatte diese Information nicht sehr lange Bestand. Abgelöst wurde der Pessimismus durch die neuerliche Aussage aus angeblichen chinesischen Insiderkreisen, man sei einem Deal inzwischen sehr nahe. Immer wieder wechseln sich die Berichte zum Thema Handelsstreit ab, ohne wirklich zu wissen, wohin die Reise gehen mag. Und genau hier liegt auch die Gefahr: der Börsenaufschwung hatte zuletzt nur wenig mit Fakten zu tun. Stattdessen ist er gebaut auf Hoffnungen und Erwartungen, die im schlimmsten Fall bitter enttäuscht werden könnten. Insofern ist das Börsenumfeld weiter mir höchste Vorsicht zu genießen. Nach wie vor wäre eine Korrektur in den großen Leitindizes angebracht und würde ins Bild passen. Doch schlechte Nachrichten scheinen in diesen Tagen hierfür Voraussetzung zu sein. Immerhin ist der S&P 500 bereits fast 10 Prozent von der 200-Tage-Line entfernt. Im Verlauf des Handelsjahres 2019 kehrte der Index nach längeren Aufwärtsbewegungen immer wieder an die 200er zurück.

Nachrichtentechnisch steht eine eher ruhige Woche ins Haus. Aus den üblichen Veröffentlichungen ist nur der Konjunkturbericht „Beige Book“ aus Amerika hervorzuheben, dessen Veröffentlichung am Mittwochabend stattfindet. Außerdem findet am Freitag feiertagsbedingt nur verkürzter US-Handel bis 13 Uhr amerikanischer Zeit statt.

 

Veröffentlicht am 25.11.2019