Das außergewöhnlichste Weihnachtsfest und das leiseste Silvester seit dem zweiten Weltkrieg sind vorbei. Die Impfkampagnen haben fast weltweit begonnen und dem Jahr 2021 wird bisher vorausgesagt, das Jahr des Triumphes über das Corona-Virus werden zu können. Doch bis dahin ist es noch ein langer und steiniger Weg. Bereits am vergangenen Wochenende gab es aus Deutschland die Meldung, dass der bis 10. Januar vereinbarte Lockdown aller Voraussicht nach verlängert wird. Wenn man bedenkt, dass das Infektionsgeschehen der Weihnachts- und Neujahrstage erst noch vor uns liegt, erscheint dies auch grundsätzlich sinnvoll. Doch wie lange kann und wird der Bund die von den Lockdowns betroffenen Gastronomen, Einzelhändler, Friseure und viele mehr noch unterstützen? Bis zur Bundestagswahl mindestens, alles andere wäre für die Regierungsparteien vor dem Hintergrund der beabsichtigten Wiederwahl reinste Selbstzerstörung – weiß auch die Opposition.

Doch was passiert darüber hinaus? Ist das Corona-Virus bis in den Herbst 2021 weitgehend im Griff, oder machen uns womöglich weitere, gefährlichere Mutationen das Leben nochmal schwerer? Droht der Welt irgendwann die größte Welle an Unternehmenspleiten, die es je gab? Folgen womöglich Staatspleiten? Wie lange halten die Zentralbanken ihren beispiellosen Gelddruckmarathon noch durch, bis das Vertrauen anfängt zu Bröckeln und die schier unendliche Geldflut sich in steigender Inflation bemerkbar macht? Was passiert mit den Aktienmärkten, wenn die Zentralbanken langsam auf die Bremse treten? Man beachte, dass die Rekorde der Wallstreet den Zustand der Realwirtschaft aktuell keineswegs widerspiegeln. Auch nicht deren Zustand in 18 Monaten. Einzig das billige Zentralbankgeld pumpt die Aktienmärkte auf, wie einen Luftballon. Was mit einem Luftballon passiert, wenn man entweder zu viel Luft hineinpumpt oder aber das Pumpen stoppt und den Ballon loslässt, ist hinreichend bekannt. Alles in allem wird 2021, auch wegen des neuen US-Präsidenten Biden ein voraussichtlich sehr interessantes Jahr, in dem das Corona-Massensterben hoffentlich stark eingedämmt werden kann. Eines ist gewiss: Corona ist vielleicht bald fort, oder zumindest weitgehend in Schach. Doch die wirtschaftlichen Probleme, die Corona verursacht hat, bleiben.

Wir wünschen ein gesundes, gutes und erfolgreiches Handelsjahr 2021.

Veröffentlicht am 04.01.2021