Die vergangene Woche hatte einige wichtige Nachrichtentermine im Gepäck. Neben dem EZB-Meeting und der Schätzung des US-Wirtschaftswachstums für Q3 lag der Fokus vor allem auf den Quartalsberichten der so wichtigen Big-Tech-Unternehmen. Nachdem die Berichte von Facebook, Microsoft und Google nicht wirklich eine Auswirkung auf den Markt hatten, war die Spannung am Donnerstagabend groß, denn die Zahlen von Apple und Amazon standen noch bevor.

Doch blicken wir zuvor auf die Sitzung der EZB zurück. Der Tenor, trotz zuletzt stark steigender Inflationszahlen, lag weiterhin auf „Es ist sehr wahrscheinlich alles nur eine vorübergehende Situation. Die Inflation wird sich voraussichtlich im kommenden Jahr wieder deutlich beruhigen“. Nichts anderes hört man seit Monaten von Seiten der EZB, aber auch von Seiten der FED. Obwohl Wirtschaftsexperten und Unternehmen längst Alarm schlagen, wischen die Notenbanken die Inflationsentwicklung einfach bei Seite. Der englische Begriff „transitory“ steht für „vorübergehend“ und hat längst den Rang eines geflügelten Wortes erreicht. Wirklich ernst kann man die Haltung der Notenbanken, die sie den Märkten nach wie vor zu verkaufen versuchen, nicht mehr nehmen. Die EZB, um auf den ursprünglichen Gedanken zurück zu kommen, hat jedenfalls gesagt, man werde vorerst keinerlei geldpolitische Änderung vornehmen, sondern vielmehr bis Dezember mit neuen Prognosen und vielleicht auch etwas gehaltvolleren Aussagen warten. Im Dezember, das sollte man sich bereits notieren, haben die FED und die EZB in der gleichen Woche, nämlich am 15. bzw. 16. Dezember ihre Zinsmeetings. Was eine Vorweihnachtswoche!

Nach dem im Grunde bedeutungslosen EZB-Meeting standen schließlich noch die Quartalszahlen von Apple und Amazon an. Kurzum: Apple stürzte nachbörslich rund drei Prozent, Amazon rund vier Prozent ab. Beide Unternehmen lieferten enttäuschende Zahlen nebst deutlich herabgesetzten Prognosen für das Jahresende ab. Insbesondere die globale Lieferkettenproblematik macht beiden Unternehmen zu schaffen. Im Fall von Apple kommt auch noch der Chipmangel hinzu. Prompt verlor auch der Nasdaq100 im nachbörslichen Handel rund ein Prozent. Bereits am Freitag zeigte sich jedoch, dass die Verluste ein wenig eingegrenzt werden konnten, während Microsoft mit neuem Allzeithoch Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt ablöste.

Die neue Woche bringt vor allem zweierlei: das FED-Meeting am Mittwochabend, sowie die Einkaufsmanagerindex-Zahlen, die wie üblich zu Beginn des neuen Monats veröffentlicht werden. Hinzu kommen die Zinsentscheidungen aus Australien und Großbritannien sowie am Freitag die Non-farm-payrolls aus den USA.

 

Veröffentlicht am 01.11.2021