Die vergangene Woche war von der Theorie her äußerst spannungsgeladen, denn es wurden die Quartalsergebnisse namhafter US-Firmen wie Apple, Amazon und Microsoft erwartet. Außerdem stand die Woche im Zeichen der US-Notenbank FED, die am Mittwochabend ihre Zinsentscheidung bekanntgab. Praktisch hat die vergangene Woche viel versprochen, jedoch wenig gehalten. Die FED-Sitzung muss kaum näher erwähnt werden, denn im Großen und Ganzen hat sich am Wortlaut der weltweit wichtigsten Zentralbank nichts geändert. Lediglich einen wichtigen Aspekt nehmen wir aus der Pressekonferenz mit FED-Chef Powell mit. Auf die aktuell an Dynamik gewinnende Delta-Welle angesprochen antwortet Powell, dass er sich ökonomisch gesehen keine all zu großen Sorgen macht, denn den Daten zufolge habe jede Welle immer weniger Auswirkungen auf die Wirtschaft gehabt. Und dies werde auch in Zukunft so sein, solange Impfstoffe wirksam seinen und die Gefahren des Virus erheblich senken würden. In Folge der FED bewegte sich der Markt so gut wie gar nicht. Auch die Quartalsergebnisse von Apple, Microsoft, Facebook und Google sind mehr oder weniger verpufft.

Lediglich am Donnerstag nach Börsenschluss kam etwas Abwärtsdruck im Futuresmarkt auf, als Amazon zwar hohe Gewinne, aber schwache Umsätze und enttäuschende Prognosen für das Folgequartal abgab. Das Resultat war ein Abwärtsgab von über sieben Prozent von Donnerstag auf Freitag, was die Futuresmärkte in der Nacht bereits vorweg genommen hatten. Doch schon am Freitag setzte wieder die Erholung ein. Insgesamt muss man zu den Quartalsergebnissen eines festhalten: die Ergebnisse sind weitgehend über den Erwartungen, doch was zunehmend Sorge bereitet, sind die eher pessimistischen Aussichten für das dritte Quartal 2021. Nicht nur Amazon, sondern auch Apple, Facebook und viele andere Unternehmen rechnen mit nachlassenden Umsätzen während der nächsten Monate. Erklärungsansätze gibt es viele. Neben dem Chipmangel ist es wohl aber vor allem der nachlassende Kaufrausch nach Ende der Lockdowns, der durch Regierungszuschüsse zusätzlich angefeuert wurde. Die hierdurch erwarteten Einmaleffekte scheinen nun weitgehend der Vergangenheit anzugehören. Insgesamt wäre es nicht verwunderlich, wenn der Gesamtmarkt nun mal tief Luft holen und etwas korrigieren würde, jetzt wo die etwas bedrückenden Unternehmensprognosen in die Märkte eingepreist werden.

Nachrichtentechnisch liegt der Fokus der neuen Woche auf den Einkaufmanagerindex-Zahlen. Die Daten aus China waren bereits unter den Erwartungen. Es zeigt sich, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten hier weiterhin schwächeln. Außerdem werden die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag mit Spannung erwartet, weil sie wichtige Hinweise auf mögliche Schritte der FED geben können. Powell hatte am Mittwoch erwähnt, er müsse zuerst einmal starke Arbeitsmarktzahlen sehen, bevor Straffungen in Frage kommen.

 

Veröffentlicht am 02.08.2021