Weihnachten steht vor der Tür und die europäischen und amerikanischen Aktienmärkte haben den vorübergehenden Omikron-Schock inzwischen gänzlich hinter sich gelassen. Dem S&P500 fehlen am Montagmorgen nur noch wenige Punkte bis zu seinem letzten Rekordhoch. Auch DowJones und Nasdaq sind mit Siebenmeilenstiefeln auf dem Weg nach oben. Der europäische Markt tendiert insgesamt etwas schwächer. Hier hat Omikron eben auch mehr Schaden angerichtet, als im US-Markt. Nichtsdestotrotz hat der Dax gut die Hälfte seiner Korrekturverluste wieder gutmachen können und befindet sich ebenfalls auf dem Weg nach oben. Für eine Jahresendrallye scheint derzeit alles angerichtet.

Im Gegensatz zu den Aktienmärkten haben der Rohstoff-Sektor sowie der Crypto-Markt mehr Mühe. Gold hängt seit geraumer Zeit unterhalb von 1.800 Dollar je Feinunze fest. Öl hat auch noch nicht wirklich einen Befreiungsschlag nach oben geschafft. Die Sorge über eine sich abkühlende Wirtschaft trotz hoher Inflationswerte ist hier sicherlich nicht förderlich. Auch der Crypto-Markt ist weiterhin stark angeschlagen. Bitcoin konnte sich während der gesamten Woche nicht zurück über die 50.000er Marke kämpfen. Auch viele anderer Crypto-Währungen sind stark unter Druck, denn das große Thema Regulatorik schwebt mehr als sonst wie ein Damoklesschwert über dem Crypto-Sektor. 

Was so kurz vor Weihnachten jedoch nochmal Schwung in die Märkte bringen könnte, ist der Nachrichtenkalender. Diese Woche ist eine der wenigen „Super-Weeks“, in denen die beiden wichtigsten Zentralbanken der Welt fast gleichzeitig ihre Meetings abhalten. Am Mittwochabend um 20 Uhr steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank FED an. Hier ist jedoch weniger die Zinsentscheidung von Bedeutung. Vielmehr geht es um die Frage, ob die FED an ihrem Tapering-Tempo etwas ändern wird. Im letzten Meeting Anfang November hatte die FED damit begonnen, das Anleihekauftempo zu reduzieren. In Anbetracht weiter steigender Inflationszahlen ist es denkbar, dass die FED ihr Tempo erhöht und der Liquiditätsentzug an den Märkten beschleunigt werden könnte. Am Donnerstagmittag steht dann die Zinsentscheidung der EZB an. Von der EZB ist insgesamt nicht viel zu erwarten, denn Zinsanhebungen werden noch lange kein Thema sein und von geldpolitisch straffenden Maßnahmen, sprich Anpassung der Anleihenkäufe, scheint die EZB noch wesentlich weiter entfernt zu sein, als die FED. Am Freitag schließlich steht der letzte sogenannte „Hexensabbat“ des Jahres an. An diesen vier Terminen des Jahres verfallen an den wichtigsten Terminbörsen der Welt in großem Stile Futures- und Optionskontrakte. In den letzten Monaten waren die Verfalltermine oft mit unruhigen Tagen an den Börsen verbunden. Wir werden sehen, ob dies erneut der Fall sein wird, oder ob die Jahresendrallye dem trotzen kann.

 

Veröffentlicht am 12.12.2021