Marktteilnehmer

Warum ist es wichtig die Marktteilnehmer an den Börsen zu kennen?

Die Marktteilnehmer verfolgen unterschiedliche Ziele. Des Weiteren haben sie auch einen unterschiedlichen Zeithorizont, welchen sie für ihre Investition wählen. Aus dem Grund ist es wichtig, die Marktteilnehmer zu kennen, um sich in die Gedanken derer hinein zu versetzen, welche die Kurse bewegen. Gerade dann, wenn man spekulativ an der Börse handelt, sollte man sich überlegen, an welchen Stellen bestimmte Marktteilnehmer zur Handlung gezwungen werden.

Alle Marktteilnehmer haben das Interesse eine möglichst hohe Rendite zu einem möglichst kleinen Risiko zu bekommen. Leider stehen diese beiden Interessen völlig gegensätzlich zueinander. An vollkommenen Märkten erhält dabei der Investor immer die gleiche Rendite im Gegenzug zu einem bestimmten Risiko.

Welche Marktteilnehmer kann man unterscheiden und welche Interessen haben die Marktteilnehmer?

1.) Institutionelle Investoren

Institutionelle Investoren können beispielsweise Banken, Versicherungen, Unternehmen oder auch Investmentfonds sein, um nur einige zu nennen. Diese Investoren haben unterschiedliche Anlageziele. Aus dem Grund kann man hier keine eindeutigen Interessen definieren. Bei dieser Gruppe von Marktteilnehmern ist es aber wichtig zu wissen, dass sie große Summen an Kapital bewegen. Die täglichen Marktschwankungen sind nicht von Interesse. Dementsprechend spielt der genaue Einstieg oder Ausstieg eine völlig untergeordnete Rolle. Vielmehr werden große Trends oder Preisentwicklungen gehandelt. Die meisten Handelsentscheidungen werden auf Basis fundamentaler Beurteilungen oder strategischer Überlegungen getroffen. Sowohl beim Aufbauen als auch beim Abbauen von Positionen werden nur Teile zur Ausführung gegeben. Andernfalls würden die Akteure sich ihre eigenen Kurse kaputt machen. Gerade als kleiner Anleger ist es wichtig, sich dessen bewußt zu sein, da man sich nicht gegen das große Kapital stellen sollte. Die großen Investoren bestimmen schließlich die Richtung am Markt.

2.) Hedger

Hedger sind Marktteilnehmer, welche nicht das Interesse verfolgen mit ihren Positionen Gewinne zu realisieren. Vielmehr versuchen sie ihre vorhandenen Positionen oder Risiken abzusichern. Ein Maschinenbauunternehmen hat beispielsweise das Risiko der Rohstoffpreisentwicklung. Gegen dieses Risiko kann sich das Unternehmen abhedgen und somit die eigene Kalkulation absichern. Gegen steigende Rohstoffpreise könnte dieses Unternehmen beispielsweise Long-Positionen aufbauen. Steigen dann die Preise der Rohstoffe tatsächlich, würden die Kosten für dieses Unternehmen zwar steigen, auf der anderen Seiten würden aber auch Gewinne bei den Terminkontrakten entstehen. Bei fallenden Preisen würden dagegen die Kosten sinken, die Long-Positionen würde aber einen Verlust produzieren. Auf diese Weise kann man sich gegen diese Art von Preisschwankungen absichern.

3.) Spekulanten

Der Spekulant versucht an den Märkten immer Profite zu realisieren und das egal ob diese steigen oder fallen. Er versucht heraus zu finden, wo Bewegung entsteht und geht entsprechende Positionen ein. Wenn er der Meinung ist, dass die Preise steigen, kauft er Long-Positionen. Im umgekehrten Fall Short-Positionen. Er versucht also unabhängig von der Marktlage systematische Gewinne zu realisieren.

4.) Zentralbanken

Mit den Zentralbanken ist eine neue Gruppe an Akteuren an den Markt gekommen. Sie haben die Aufgabe für Preisstabilität zu sorgen und die allgemeinen Wirtschaftspolitik zu unterstützen. Durch das Variieren des Zinssatzes kann die Zentralbank zum einen die Werterhaltung des Geldes steuern, als auch die Wirtschaft mit Krediten versorgen. Zentralbanken können aber auch Wertpapiere an- und verkaufen. Dies nennt man Offenmarktgeschäfte. Aus dem Grund haben Zentralbanken einen entscheidenden Einfluß auf die Märkte. Sie bewegen sogar noch größere Summen an Kapital als die anderen institutionellen Investoren.

5.) Arbitrageure

Arbitrageure sind Marktteilnehmer, welche versuchen risikolose Gewinne einzufahren. Sie nutzen Bewertungsunterschiede von bestimmten Assetklassen aus. Durch die Arbitageure können an den Märkten kaum Preisdifferenzen auftauchen, da sie immer wieder für den Ausgleich sorgen. In der heutigen Zeit versuchen Computer im Hochfreqenzhandel solche Arbitragegeschäfte zu ermöglichen.

Wie ist der Informationsstand der einzelnen Marktteilnehmer?

Um den Informationsstand der einzelnen Marktteilnehmer zu kennen, muss man sich zunächst einmal mit der Informationseffizienz der Kapitalmärkte beschäftigen.

Bei vollständiger Informationseffizienz würden in den Kursen von Wertpapieren der zukünftige Cash Flow bzw. die zukünftigen Zahlungsströme eingepreist sein, da die bewertungsrelevanten Informationen in den Kursen abgebildet werden. Voraussetzung dafür ist, dass jeder Marktteilnehmer zur gleichen Zeit immer die gleichen Informationen hat und diese auch gleich interpretiert. In diesem Fall würde die Rendite eines Wertpapierportfolios immer die Gleichgewichtsrendite erwirtschaften. Anders ausgedrückt, kann die Rendite eines Wertpapierportfolios als Linearfunktion in Abhängigkeit vom Risiko dargestellt werden. Ausreißer nach oben oder unten gibt es bei vollständiger Informationseffizienz nicht.

Was hat vollständige Informationseffizienz an den Kapitalmärkten zur Folge?

  • Es wären keine Arbitragegeschäfte möglich, da es keine Bewertungsunterschiede bei den Wertpapieren gibt. Die Gruppe der Arbitrageure würde es also nicht geben.
  • Es wären keine Überrenditen am Markt möglich. Die systematische Auswertung von Informationen würde nichts bringen, da ein Wertpapierportfolio immer die Gleichgewichtsrendite erwirtschaften würde.

Damit ist völlig klar, dass die vollkommene Informationseffizienz am Kapitalmarkt nicht vorhanden ist. Der Informationsstand der Marktteilnehmer ist nicht homogen, da die Informationen am Markt nicht kostenlos zur Verfügung stehen.

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