Die vergangene Börsenwoche war abseits des Krieges eine der spannendsten Börsenwochen seit langem. Die FED hat, wie erwartet, zum ersten Mal seit mehreren Jahren eine Zinsanhebung umgesetzt. Die „Target Range“ liegt nun 25 Basispunkte höher in der Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent. Allgemein hat die FED einen etwas restriktiveren Ton angeschlagen, als vom Markt erwartet. Darauf hin ist der Nasdaq innerhalb weniger Minuten um 2 Prozent abgestürzt, hat aber innerhalb der Handelsstunde die Verluste wieder vollständig wettgemacht. Danach legte der Nasdaq bis zum Ende der Woche – wenn man die globalen Umstände und Risiken bedenkt – eine unglaubliche Rallye hin. Von der Zinsentscheidung an bis zum Börsenschluss am Freitag legte Amerikas Technologieindex 5 Prozent oder 700 Punkte zu. Auch alle anderen Indizes haben sehr ähnlich performt.

Es ist derzeit davon auszugehen, dass die FED in jedem der in diesem Jahr noch folgenden Notenbankmeetings Zinsanhebungen von 0,25 oder gar 0,50 Prozent umsetzen wird. Sechs Meetings in den Monaten Mai, Juni, Juli, September, November und Dezember stehen dieses Jahr noch auf dem Plan. Der Markt erwartet derzeit einen Leitzins von 2,00 bis 2,25 per Ende des Jahres. Das entspräche am oberen Rand fünf Anhebungen um 0,25 Prozent und einer Anhebung von 0,50 Prozent. Abhängig vom globalen Geschehen und besonders von der Inflationsentwicklung können und werden sich die eingepreisten Erwartungen jedoch noch verschieben.

Doch warum ist vor allem der amerikanische Aktienmarkt seit der FED-Bekanntgabe so nach oben geschossen? Experten sagen, der Markt werte die Aussagen Powells und den Plan der FED positiv für die Wirtschaft. Zum Einen sagte Powell, er sehe binnen 12 Monaten keine Rezessionsgefahr. Des weiteren sagte er, die Wirtschaft sei nach wie vor äußerst robust. Somit ist der Markt der Auffassung, dass der restriktivere Kurs der FED ein ebenfalls gutes Zeichen ist, denn die FED traut der Wirtschaft ohne Bedenken zu, den restriktiveren Kurs gut zu verdauen. Die aktive Bekämpfung der Inflation sei sogar längerfristig förderlich für die wirtschaftliche Entwicklung.

 

Veröffentlicht am 21.03.2022