Nach dem plötzlichen Sell-Off der vorletzten Woche haben sich die Märkte mit viel Mühe stabilisieren können. Dennoch haben wir in der vergangenen Woche wieder neue Tiefststände in den US-Indexfutures gesehen. Interessant ist, dass im Gegensatz zu den letzten Jahren die europäischen Märkte im Vergleich zu den US-Märkten ein wenig stabiler sind. Dax und Eurostoxx konnten sogar auf die Woche gesehen jeweils einen Gewinn verbuchen, während die US-Märkte verloren haben.

Die nach der rasanten Corona-Erholung und vom schwachen US-Dollar getriebenen US-Märkte waren so weit gelaufen, dass eine Korrektur praktisch kommen musste. Dass insbesondere die gehypten Tech-Werte eine durch Gewinnmitnahmen verursachte Korrektur zu erwarten hatte, war ebenfalls keine Überraschung. Doch es kommen weitere Faktoren dazu, die an den Märkten für zunehmen Nervosität sorgen können. Einerseits steht in anderthalb Monaten die US-Präsidentschaftswahl an – ein extrem wichtiges Ereignis für den Fortlauf der Märkte. Außerdem sehen immer mehr Experten und Politiker in den steigenden Corona-Zahlen das Anrollen der zweiten Welle. Ein neuerlicher Lockdown, so heißt es aus Deutschland, müsse um jeden Preis vermieden werden, denn er sei mit hoher Wahrscheinlichkeit der Todesstoß für die Wirtschaft.

Für die neue Woche sind vor allem die Konjunkturdaten aus China von Bedeutung. Außerdem, als wichtigster Termin der Woche, steht am Mittwochabend die Zinsentscheidung der FED an. Der besondere Fokus liegt nicht auf der Zinsentscheidung selbst, sondern vielmehr auf der Pressekonferenz des FED-Chefs Powell. Den im Rahmen des Jackson Hole Symposiums angekündigten Kurswechsel der FED will Powell näher erklären. Daraus lassen sich womöglich Tendenzen ableiten, für wie lange die FED noch mit Niedrigzinsen rechnet.

 

Veröffentlicht am 13.09.2020