Der Martin-Luther-King-Feiertag am vergangenen Montag hat der Wallstreet offenbar nicht gut getan. Die ganze Woche lang war der Markt schwach. Der S&P500 verlor fast sechs Prozent. Besonders Nebenwerte und Technologie waren schwach, sodass der Nasdaq100 siebeneinhalb Prozent abgab. Der Nebenwerteindex Russel2000 brach sogar acht Prozent ein und führt das Verliererfeld unter den Indexen deutlich an. Der europäische Markt konnte der Schwäche aus Übersee recht gut trotzen. Der Dax40 verlor „nur“ rund zweieinhalb Prozent auf Wochensicht.

Ein Grund für die beschriebene Schwäche liegt im Zinsmarkt. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen konnte das Hoch aus März 2021 bei 1,75 Prozent deutlich überschreiten. Zeitweise knackte die Rendite die Markte von 1,90 Prozent, rutschte jedoch wieder einige Punkte ab. Nichtsdestotrotz ist derzeit Druck im Anleihemarkt, nicht zuletzt getrieben von den Äußerungen und Handlungen der FED, die in den letzten Wochen ausführlich beschrieben wurden. Desweiteren darf man nicht vergessen, sind die Märkte auf einem absoluten Allzeithoch ins Jahr 2022 gestartet. Hinzu kommt, dass die Earnings-Season dieses mal alles andere als gut aussieht. Der Bankensektor hat schon nicht überzeugt und auch andere bedeutende Unternehmen können die Rekordergebnisse der letzten Quartale nicht wiederholen. Netflix hat es ganz bitter erwischt. Die Zahl neuer Abonnenten hat enttäuscht, sodass Netflix am Freitag mit einem Downgap von Sage und Schreibe 21 Prozent eröffnete und auch ungefähr auf diesem Niveau aus dem Handel ging. Es wird langsam eng für die Aufwärtstrends auf Tagesbasis. Außerdem haben die drei großen US-Indizes die Woche allesamt unterhalb der wichtigen 200-Tage-Linie abgeschlossen.

Zu den Nachrichten für die kommende Handelswoche: Zusätzlich zum ersten FED-Meeting des Jahres am Mittwochabend stehen die Zinsentscheidung in Kanada sowie die BIP-Prognose aus Amerika auf dem Plan.

 

Veröffentlicht am 23.01.2022