+++ Es wird wieder ungemütlich an den Märkten +++

In der vergangenen Woche war die Zinsentscheidung der FED mit anschließender Pressekonferenz der Termin der Woche, auf den alle gewartet hatten. Denn die informierten Marktteilnehmer wissen ganz genau, wozu die FED-Termine regelmäßig fähig sind. Auch diesmal war die FED-Sitzung der Auslöser für viel Bewegung an den Märkten.

Der nicht besonders optimistische Ausblick des FED-Chefs Powell ist an der Börse nicht gut angekommen. Frühestens im Jahr 2021 sieht Jerome Powell die FED nach aktueller Einschätzung dazu in der Lage, die Zinsen wieder schrittweise anzuheben. Zunächst müsse die Wirtschaft den Corona-Schock verdaut und der Arbeitsmarkt müsse sich wieder berappelt haben. In wenigen Wochen hatten die USA einen Zuwachs an Arbeitslosen in Höhe von rund 30 Millionen Menschen. Die Äußerungen Powells trafen die Märkte mit voller Wucht. Die Erholung endete abrupt und die wichtigsten Aktienindizes verloren vom lokalen Hoch aus zwischen sechs und zehn Prozent an Wert. Es könnte also wieder ungemütlich werden, wenn die überwiegend auf positiven Wirtschaftserwartungen gebaute Erholung aufgrund der neuen Erwartungen und Erkenntnisse wie ein Kartenhaus in sich zusammen fallen sollte.

Hinzu kommt die steigende Sorge hinsichtlich einer zweiten globalen Corona-Welle. In Peking wurden bereits wieder einige Stadtteile abgeriegelt, weil erneut auf einem Markt eine neue Infektionswelle losgetreten wurde. Ob eine zweite Welle ähnlich der ersten erneut von Ost nach West über den Globus rollt, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen. Sie könnte die sich langsam wieder aufrappelnde Weltwirtschaft jedenfalls auf dem völlig falschen Fuß erwischen und einigen Unternehmen, Sektoren oder gar Staaten den Todesstoß versetzen. Doch diesmal ist die Welt nicht unvorbereitet und wird mit Argusaugen beobachten, was China und Umgebung vor sich geht.

Für die neue Woche stechen vor allem die Notenbankprotokolle aus Australien und Japan sowie die Zinsentscheidungen in Norwegen, Großbritannien und der Schweiz hervor.

 

Veröffentlicht am 14.06.2020