Während die Zahl an weltweiten Neuinfektionen im September neue Rekorde aufgestellt hat und in einigen Regionen der Welt die Kontaktbeschränkungen wieder aufgebaut werden, stören sich die Märkte daran bisher herzlich wenig. Zwar waren die letzten drei Wochen eher schwach, doch nach der vorangegangenen Rallye befindet sich das bisher alles im Rahmen einer gesunden Korrektur. Was die Corona-Neuinfektionen anbelangt, so sind die Zahlen in Amerika seit den Hochs im Juli etwas rückläufig. In Europa hingegen werden derzeit neue Rekorde aufgestellt. Doch eines fällt dabei ganz besonders auf: die Fallzahlen in China sind seit Mai diesen Jahres von 80.000 nur um 5.000 auf rund 85.000 Corona-Infektionen angestiegen. Zum Vergleich: Deutschland steht bis dato recht gut da, doch 5.000 neue Fälle vermeldet Deutschland zuletzt an nur zwei Tagen. Hinzu kommt, dass in China gemessen an der Population extrem wenig getestet wird. Hier mag also der Verdacht aufkommen, dass die chinesische Regierung bewusst wenig testet oder gar bewusst nur bestimmte Informationen über die tatsächliche Situation veröffentlicht. China wurde durch Corona in mehrfacher Hinsicht schwer getroffen. China ist der weltweite Produktionsstandort Nummer eins. Durch die Lockdowns stand die Welt für China vorübergehend nahezu still. Außerdem hat Corona gezeigt, dass die Globalisierung durchaus ihre Schwächen hat, wenn China als Hauptproduzent der Welt nicht produzieren oder liefern kann. Die Bestrebungen vieler Nationen dahingehend, die Produktion stückweit in die Nähe des eigenen Marktes zurück zu holen, wurden durch Corona definitiv geweckt.

Was die Nachrichtenseite anbelangt ist vor allem auf die Notenbankvertreter zu achten. Einige FED-Mitglieder, auch der Chairman Powell, sprechen unter der Woche an verschiedenen Tagen und zu verschiedenen Zeiten. Obwohl während der letzten FED-Pressekonferenz viele wichtige Dinge gesagt wurden, dürfen diese Nachrichtentermine trotzdem nicht ignoriert werden.

 

Veröffentlicht am 27.09.2020