Der fortwährende Krieg um die Ukraine hält die Finanzmärkte weiter in Atem. Der US-Aktienmarkt kam während der vergangenen Woche überhaupt nicht vom Fleck und tendierte, auch dank steigender Energiepreise, zum Ende der Woche immer schwächer. Die Europäischen Märkte sind weiter abgestürzt. Der Dax verlor bis Freitagnachmittag rund 1.400 Punkte oder rund zehn Prozent. Auch der Eurostoxx50 verlor rund zehn Prozent. Die umfassenden Sanktionen zulasten Russlands schlagen natürlich auch auf die europäische Wirtschaft zurück, zudem ist bislang keinerlei Deeskalation an der Front zu erwarten – leider ganz im Gegenteil.

Was derzeit besonders belastet sind die Energiepreise. Erdöl, Gas und Co. schießen durch die Decke. Der aktuelle WTI Brent Oil Futures erreichte am Donnerstag bei über 116 Dollar je Barrel sein lokales Hoch und notierte zum Ende der Woche noch ganz in der Nähe. Damit hat der Ölpreis – nur in der vergangenen Woche in der Spitze 28% (!) zugelegt. Kurz gesagt würgen die massiv steigenden Preise den Konsum ab, denn vor allem Verbraucher haben aufgrund steigender Energiekosten weniger Geld für Konsumausgaben zur Verfügung. Zudem werden vor allem Industrieprodukte teurer, denn auch die Kosten für Unternehmen stiegen rasant an.

Außerdem, und das wurde seit Kriegsbeginn ein wenig in den Hintergrund geschoben, steht die US-Notenbank FED bereit, in eineinhalb Wochen erstmals seit Pandemiebeginn (ja, Corona gibt es tatsächlich auch noch) den Leitzins anzuheben. In der vergangenen Woche hatte FED-Chef Powell den Markt auf eine Erhöhung von 25 Basispunkten vorbereitet, jedoch werden eine Woche vor der Zinsentscheidung noch die jüngsten Inflationszahlen veröffentlicht – und diese werden sicher in die Entscheidung mit einfließen. Hierbei ist mit einer weiter steigenden Inflation zu rechnen, sodass auch 50 Basispunkte nicht unmöglich sind.

In der kommenden Woche sind insbesondere zwei Termine von besonderer Bedeutung: Zum Einen der bereits angesprochene Verbraucherpreisindex der USA und zum Anderen die Zinsentscheidung der EZB. Seitens der EZB ist wenn überhaupt das Wording zu beachten, denn erste konkrete Schritte noch vor der FED sind so gut wie ausgeschlossen. Interessant werden sicherlich die Äußerungen zur jüngst weiter angestiegenen Inflation.

 

Veröffentlicht am 06.02.2022