+++ Erholung an den Märkten nur von kurzer Dauer +++

Das Corona-Virus hat den Globus weiterhin im Griff. Der US-Bundesstaat New York hat den Notstand ausgerufen, in Italien sterben binnen 24 Stunden über 100 Menschen an Corona und auch der erste deutsche Staatsbürger ist dem Virus zum Opfer gefallen. Es ist eine Zeit, in der die Systeme auf der Welt, die wir jeden Tag für selbstverständlich nehmen, auf eine harte Probe gestellt werden. Im Krankenhaus einen Platz zu bekommen, im Supermarkt Zucker, Mehl und Nudeln einkaufen zu können ein vorhandener Vorrat von Schmerzmittel in der Apotheke – all das sind selbstverständliche Grundgesetze, die aktuell in vielen Teilen der Welt außer Kraft gesetzt werden. In vielen deutschen Supermärkten sorgen panikartige Hamsterkäufe für leere Regale. „Mehl und Zucker sind derzeit leider nicht lieferbar“ mussten wir am Wochenende selbst die Erfahrung machen, dass das Coronavirus tatsächlich auch in Deutschland jenseits der Ballungszentren angekommen ist. Die Medikamentenversorgung ist schlecht, berichten bereits die Apotheker. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass rund 90 Prozent der nicht patentgeschützten Medikamente, die in fast jeder Hausapotheke zu finden sind, in China produziert werden. Die Produktion in Billiglohnländern wie China sind Fluch und Segen zu gleich: Nur wenige Euro kostet heute eine Packung Schmerzmittel in der Apotheke – das ist die positive Seite, denn ein jeder kann sich wichtige Arznei leisten. Doch die immense Abhängigkeit von China ist eben die Kehrseite, die wir nur selten so sehr wahrnehmen, wie in diesen Tagen.

Die Märkte haben in der ersten Wochenhälfte zumindest versucht, den Schock der Woche zuvor zu verdauen. Doch auf die ganze Woche gesehen gelang die Erholung nicht. Und wenn man die Meldungen in den Medien auch nur halbwegs verfolgt deutet nichts darauf hin, dass die kommende Woche im Zeichen der Erholung stehen wird. Im Gegenteil: Neue Tiefs und weitere Kursverluste gelten als wahrscheinlich, ganz egal was die Zentralbanken machen. Corona scheint der Schwarze Schwan des Jahres 2020 zu sein, der nicht nur die Märkte, sondern die Weltwirtschaft und das öffentliche Leben schwer erschüttert. Momentan klammern sich Forscher an die Theorie, dass Viren für gewöhnlich an Gefährlichkeit verlieren, wenn die kalten Wintermonate sich dem Ende nähern und der Frühling wärmere Temperaturen mit sich bringt. Doch sicher ist nichts. Nicht, dass wir das Corona-Virus je wieder loswerden, nicht dass wir es halbwegs in den Griff bekommen, nicht dass jemals ein Impfstoff entwickelt werden kann und auch nicht, dass die Zentralbanken uns vor einem weltweiten Wirtschaftskollaps schützen können. Alles das werden wir in den nächsten Monaten sehen.

Besonders im Fokus der neuen Woche steht die Zinsentscheidung der EZB. Wird auch Europas Notenbank Maßnahmen ergreifen, wie es die US-Notenbank FED bereits getan hat?

 

Veröffentlicht am 08.03.2020